Salzburg ist eine der wenigen Städte Europas, deren Silhouette man auf den ersten Blick erkennt: die weiße Festung Hohensalzburg über den grünen Kuppeln des Doms, davor die Salzach, dahinter der Untersberg. Die Altstadt zwischen Mönchsberg und Fluss ist seit 1996 UNESCO-Welterbe und so kompakt, dass Sie alle wichtigen Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen – ideal für ein Wochenende, im Festspielsommer aber auch voll und teuer.
Dieser Guide der Alpengast-Redaktion führt Sie durch die linke und rechte Altstadt, hinauf auf Festung und Mönchsberg, erklärt, wann sich die Salzburg Card rechnet, und stellt die besten Ausflüge von Hellbrunn bis zum Königssee vor – samt Zonentabelle für die Hotelwahl, Öffi-Infos und Budget. Einen Überblick über das Reiseziel mit allen Unterkünften finden Sie auf unserer Seite zu Salzburg.
Die Altstadt: Welterbe auf beiden Seiten der Salzach
Die linke Altstadt zu Füßen des Mönchsbergs ist das barocke Herz der Stadt: Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und seine Nachfolger ließen ab 1600 ganze Straßenzüge abreißen, um Platz für Dom, Residenz und eine italienisch anmutende Platzfolge zu schaffen.
Getreidegasse und Mozarts Geburtshaus
Die Getreidegasse mit ihren schmiedeeisernen Zunftschildern ist die berühmteste Einkaufsstraße Österreichs. Im Haus Nummer 9 wurde am 27. Jänner 1756 Wolfgang Amadeus Mozart geboren; das Museum zeigt seine Kindergeige, Briefe und Porträts (täglich ca. 9–17.30 Uhr, Eintritt ca. 14–15 €, Kombiticket mit dem Wohnhaus am Makartplatz ca. 22–24 €). Kommen Sie vor 10 Uhr, danach schieben sich die Reisegruppen durch die Räume.
Dom, DomQuartier und Stift Nonnberg
Der Salzburger Dom (1628 geweiht) war der erste große Barockbau nördlich der Alpen; in seinem romanischen Taufbecken wurde Mozart getauft. Der Zugang erfolgt gegen einen kleinen Beitrag. Das DomQuartier verbindet die Prunkräume der Residenz, die Residenzgalerie, die Dombogenterrasse und das Museum St. Peter zu einem Rundgang von rund zwei Stunden (Mi–Mo ca. 10–17 Uhr, ca. 13–16 €). Über eine steile Stiege vom Kajetanerplatz erreichen Sie Stift Nonnberg, das älteste durchgehend bestehende Frauenkloster im deutschen Sprachraum (gegründet um 714); die Stiftskirche mit ihren romanischen Fresken ist tagsüber frei zugänglich.
Mirabellgarten
Über den Makartsteg wechseln Sie in die rechte Altstadt mit Mozarts Wohnhaus und den schönsten Kaffeehäusern der Stadt. Schloss Mirabell ließ Wolf Dietrich 1606 für seine Lebensgefährtin Salome Alt errichten. Der frei zugängliche Garten (täglich ca. 6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit) ist mit Pegasusbrunnen und Zwergerlgarten der meistfotografierte Ort der Stadt: Die Achse über die Treppe zielt exakt auf Dom und Festung.

Kapuzinerberg
Der Kapuzinerberg ist das ruhige Gegenstück zum Mönchsberg. Der Aufstieg beginnt durch ein Tor in der Linzer Gasse 14 und führt zum Kapuzinerkloster; von der Bastei davor überblicken Sie die gesamte Altstadt. Weiter oben liegt das Paschinger Schlössl, in dem Stefan Zweig von 1919 bis 1934 lebte. Rechnen Sie für die Runde mit ca. 1,5 Stunden.
Festung Hohensalzburg und Mönchsberg
Die Festung thront seit 1077 über der Stadt und ist mit rund 250 Metern Länge eine der größten vollständig erhaltenen Burganlagen Europas – sie wurde nie erobert.
Hinauf mit der FestungsBahn
Die FestungsBahn, eine Standseilbahn aus dem Jahr 1892, startet in der Festungsgasse hinter dem Dom und braucht keine Minute nach oben. Das Festungsticket inklusive Bahn kostet ca. 14–18 €, je nachdem, ob Sie die Fürstenzimmer und das Festungsmuseum einschließen; der Fußweg dauert ca. 15–20 Minuten und ist etwas günstiger. Geöffnet ist ca. 9–19 Uhr im Sommer und ca. 9.30–17 Uhr im Winter.
Alpengast-Tipp: Kaufen Sie das Festungsticket online mit Zeitfenster oder nutzen Sie die Salzburg Card – damit umgehen Sie die Schlange an der Talstation, die im August gerne 45 Minuten lang ist.
Mönchsberg und Museum der Moderne
Der Mönchsberg ist ein bewaldeter Höhenrücken mitten in der Stadt. Vom Festungsplateau führt ein Weg an der Richterhöhe vorbei zum Museum der Moderne, dessen Marmorbau von 2004 über der Altstadt schwebt (Di–So ca. 10–18 Uhr, Mi bis 20 Uhr, ca. 10–13 €). Zurück bringt Sie der MönchsbergAufzug am Anton-Neumayr-Platz (ca. 4–5 € hin und zurück, mit Salzburg Card gratis).
Festspiele, Adventsingen und Mozartwoche
Salzburger Festspiele
Die 1920 mit Hofmannsthals „Jedermann“ auf dem Domplatz gegründeten Festspiele finden jährlich von etwa 20. Juli bis Ende August statt und umfassen rund 200 Vorstellungen in Oper, Schauspiel und Konzert. Der Vorverkauf beginnt im Jänner; Opern sind schnell vergriffen, Konzerte und Schauspiele oft noch im Frühsommer erhältlich. Preise reichen von ca. 15 € für Stehplätze beim „Jedermann“ bis zu 400 € und mehr für Premieren. Kostenlos sind die Siemens Festspielnächte auf dem Kapitelplatz, bei denen abends Opernaufzeichnungen auf Großleinwand laufen.
Advent und Mozartwoche
Das Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus (seit 1946, Ende November bis Mitte Dezember) ist ein szenisches Volksliedspiel; Karten kosten ca. 30–80 € und sind oft schon im Sommer weg. Parallel läuft der Christkindlmarkt auf Dom- und Residenzplatz. Die Mozartwoche um Mozarts Geburtstag am 27. Jänner bietet zehn Tage Kammermusik und Oper auf Festspielniveau – bei Hotelpreisen der tiefsten Nebensaison.
Rechnet sich die Salzburg Card?
Die Salzburg Card gibt es für 24, 48 oder 72 Stunden (ca. 30–50 € je nach Dauer und Saison). Sie enthält alle städtischen Öffis sowie einmaligen Eintritt in Festung samt Bahn, DomQuartier, Mozart-Museen, Hellbrunn, Museum der Moderne und Untersbergbahn. Wer an einem Tag Festung, ein Mozart-Museum und Mönchsberg besucht, hat die Karte bereits amortisiert.
Ausflüge: Hellbrunn, Untersberg, Hallein, Königssee
Schloss Hellbrunn und die Wasserspiele
Fünf Kilometer südlich ließ sich Fürsterzbischof Markus Sittikus ab 1612 eine Sommerresidenz bauen, deren Wasserspiele bis heute funktionieren: versteckte Düsen, Grotten und ein wasserbetriebenes Mechanisches Theater, mit dem der Gastgeber seine Gäste nass spritzte. Führungen dauern ca. 40 Minuten, das Kombiticket mit Schloss kostet ca. 15–16 €, geöffnet ist von Ende März bis Anfang November. Obus 25 fährt ab Hauptbahnhof in ca. 20 Minuten hin.

Untersberg und Salzwelten Hallein
Der Obus 25 fährt weiter bis St. Leonhard in Grödig, wo die Untersbergbahn in ca. 8 Minuten auf 1.776 Meter schwebt (Berg- und Talfahrt ca. 30–35 €, mit Salzburg Card gratis). Nehmen Sie eine Jacke mit – oben ist es 10 Grad kühler. Am Dürrnberg oberhalb von Hallein wurde über 2.500 Jahre lang Salz abgebaut; der Besuch der Salzwelten dauert ca. 90 Minuten und führt in Bergmannskleidung über zwei Holzrutschen und mit dem Floß über den Salzsee (ca. 25–30 €). Mit der S3 sind Sie in ca. 20 Minuten in Hallein, ein Bus bringt Sie zum Bergwerk.
Berchtesgaden und Königssee
Der Königssee liegt zwar in Bayern, ist aber von Salzburg aus näher als von München: Bus 840 fährt vom Hauptbahnhof in ca. 50 Minuten nach Berchtesgaden, von dort der 841 zum See. Elektroboote gleiten in ca. 35 Minuten zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä (Rundfahrt ca. 25–30 €). Denken Sie an einen Ausweis – es ist eine Grenze, auch wenn niemand kontrolliert – und daran, dass die Salzburg Card hier nicht gilt.
Salzkammergut
Bus 150 bringt Sie in ca. 50 Minuten nach St. Gilgen am Wolfgangsee. Für Hallstatt rechnen Sie mit ca. 2,5 Stunden pro Richtung über Bad Ischl; als Tagesausflug machbar, aber lang – eine Übernachtung im Inneren Salzkammergut ist deutlich entspannter.
Essen und Trinken: Nockerl, Kasnocken und Bier
Die Salzburger Nockerl, ein gebackener Eischnee in drei Hügeln für Mönchsberg, Kapuzinerberg und Gaisberg, werden für zwei Personen serviert und kosten ca. 15–20 € – als Hauptspeise, nicht als Dessert. Kasnocken mit Bergkäse und Röstzwiebeln sowie Kaspressknödel in der Suppe finden Sie in jedem traditionellen Gasthof. Die echte Mozartkugel stammt von der Konditorei Fürst am Alten Markt (seit 1890, silberblau, ca. 1,80 € das Stück).
Bier ist hier Kultur: Stiegl braut seit 1492 und betreibt in Maxglan die Stiegl-Brauwelt mit Museum und Verkostung. Die Augustiner Bräu Mülln, seit 1621 in Klosterbesitz, ist mit ca. 1.400 Plätzen in Sälen und Kastaniengarten einer der größten Biergärten Österreichs: Man spült seinen Steinkrug am Brunnen, lässt ihn vom Holzfass füllen (Halbe ca. 4–5 €) und holt Stelze, Rettich und Brezen von den Ständen im Schmankerlgang. Fürs Frühstück im Kaffeehaus bietet sich das Tomaselli am Alten Markt (seit 1700) an, für eine Jause mit Semmel und Speck die Schranne, der Bauernmarkt am Donnerstagvormittag.
Alpengast-Tipp: Reservieren Sie während der Festspiele jedes Abendessen in der Altstadt mindestens einen Tag im Voraus – nach den Vorstellungen strömen 2.000 Menschen gleichzeitig in die Gassen.
Wo übernachten? Die Zonen im Vergleich
Salzburg ist klein, aber die Lage entscheidet, ob Sie abends noch einmal in die Altstadt gehen oder den Obus nehmen. Die fünf Zonen im Überblick:
| Zone | Charakter | Gut für | Preis pro Nacht (Doppelzimmer) |
|---|---|---|---|
| Altstadt (linke Altstadt) | Historische Häuser, alles fußläufig, tagsüber überlaufen, abends still | Erstbesucher, Festspielgäste, Kurztrips | ca. 160–300 € |
| Neustadt / Andräviertel | Bürgerlich, Kaffeehäuser, Bahnhofsnähe, viele Mittelklassehotels | Bahnreisende, Preis-Leistung, Ausflüge | ca. 120–220 € |
| Nonntal | Ruhig, grün, hinter der Festung, 10 Minuten zu Fuß in die Altstadt | Ruhesuchende, Familien, längere Aufenthalte | ca. 110–200 € |
| Maxglan (Flughafen) | Wohnviertel, Stiegl-Brauwelt, Obus 2 und 10 in die Stadt | Frühflüge, Autoreisende, kleines Budget | ca. 90–160 € |
| Umland (Anif / Grödig) | Dörflich, Gasthöfe und Pensionen, Nähe zu Hellbrunn und Untersberg | Familien, Wanderer, Aufenthalte mit Auto | ca. 80–150 € |
Die Preise gelten für die Nebensaison; während der Festspiele und an Adventwochenenden liegen sie 30 bis 60 Prozent höher, und die Altstadt ist dann oft Monate im Voraus ausgebucht.
Anreise, Mobilität, Reisezeit und Budget
Bahn und Flughafen
Der Hauptbahnhof liegt am Nordrand der Neustadt, ca. 20 Gehminuten oder fünf Obus-Minuten von der Altstadt. Von Wien fahren Westbahn und ÖBB-Railjet im Halbstundentakt in ca. 2 Stunden 20 Minuten; Sparschiene-Tickets gibt es bei frühem Kauf ab ca. 15–20 €. Aus München sind es ca. 1,5 Stunden, aus Innsbruck ca. 1 Stunde 50 Minuten. Das Klimaticket Österreich gilt in allen Zügen und in den Salzburger Öffis. Der Flughafen Salzburg W. A. Mozart liegt nur vier Kilometer westlich in Maxglan: Obus 2 fährt in ca. 20 Minuten zum Hauptbahnhof, Bus 10 in ca. 15 Minuten zum Hanuschplatz in der Altstadt, ein Taxi kostet ca. 20–25 €.
Obus, S-Bahn und Tickets
Salzburg hat das größte Oberleitungsbus-Netz Österreichs; die Obus-Linien 1 bis 14 fahren tagsüber alle 10 Minuten. Eine Einzelfahrt kostet ca. 2,50–3 €, die 24-Stunden-Karte für die Kernzone ca. 6–7 €; in der App von Salzburg Verkehr ist sie günstiger als beim Fahrer. Die S-Bahn erschließt das Umland: S3 nach Hallein und Golling, S2 nach Straßwalchen, S1 der Lokalbahn nach Oberndorf. Mit dem Auto nutzen Sie besser das Park+Ride Salzburg Süd; die Garagen im Mönchsberg kosten ca. 20–25 € pro Tag.
Alpengast-Tipp: Prüfen Sie vor dem Ticketkauf, ob Ihre Unterkunft nicht ohnehin eine Gästekarte mit Öffi-Nutzung ausgibt – viele Betriebe im Umland tun das.
Die Saisonen
Ende Juli bis Ende August ist Festspielzeit: das reichste Kulturprogramm, aber auch die höchsten Preise und die vollsten Gassen. Mai, Juni und September bis Mitte Oktober sind der beste Kompromiss aus Wetter, Preisen und Ruhe. Jänner bis März sind die günstigsten Monate: kalt, oft grau, dafür mit leeren Museen und der Mozartwoche. Rechnen Sie zu jeder Jahreszeit mit Regen – Salzburg gehört mit ca. 1.200 Millimetern pro Jahr zu den nassesten Städten Österreichs, und der berühmte „Schnürlregen“ kann tagelang anhalten.
Was kostet ein Tag?
Mit Pension in Maxglan oder im Umland, Semmel vom Bäcker, Mittagsmenü im Gasthof und Abend im Augustiner Bräu kommen Sie mit ca. 90–130 € pro Person und Tag aus, Eintritte inklusive. Ein Mittelklassehotel in der Neustadt, zwei Museen, ein Kaffeehausbesuch und ein Abendessen in der Altstadt kosten ca. 180–260 €. Nach oben ist Salzburg offen: Altstadthotel, Festspielkarte und Menü im Haubenrestaurant summieren sich rasch auf 400 € und mehr.
Ob Gasthof mit Garten in Anif, Stadthotel in der Neustadt oder Zimmer mit Festungsblick in der Altstadt: Alle geprüften Unterkünfte aus diesem Guide und viele weitere in ganz Österreich finden Sie in unserem Hotelverzeichnis.